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Mein Blog und mein Podcast zum Thema "Heb dich ab"

Interview: Smarte Videos mit dem Smartphone - so heb ich mich ab!

22 Dez 2016
·
von Uwe Falkenberg
·
(Kommentare: 0)

Jens Jacob ist Literatur- und Medienexperte. Seit 2006 produziert er unter anderem Werbe- und Imagefilme. Heute freue ich mich, ihn zum Thema Smartphone-Videos zu interviewen.

Uwe Falkenberg:

Hallo Jens, schön, dass wir ein paar spannende Tipps an unsere Leser weitergeben können. Du bietest Smartphone-Video-Workshops an. Weshalb interessieren sich deine Teilnehmer eigentlich dafür?

Jens Jacob:

Hallo Uwe, vielen Dank für das Interesse! Die meisten Workshop-Teilnehmer wollen Videos möglichst einfach und ohne großen Aufwand produzieren und mit dem Smartphone ist genau das möglich: eine sehr schnelle und mobile Videoproduktion. Man kann relativ einfach Clips aufnehmen, diese dann von unterwegs direkt im Gerät schneiden und anschließend sofort ins Internet hochladen. Dafür braucht man nicht so viel technisches Hintergrundwissen wie für das Bedienen einer großen Kamera nötig wäre. Mit ein bisschen Know-how und hilfreichem Zusatzequipment kann man mit dem Smartphone professionelle Videos drehen.

Uwe Falkenberg:

Hast Du in Deinen Kursen Unternehmer?

Jens Jacob:

Ja, die Zielgruppe reicht von Selbstständigen bis hin zu Angestellten, die entweder sich selbst oder die Firma anhand von kurzen Videos präsentieren wollen. Die mobile Videoproduktion ist natürlich auch für alle interessant, die tagesaktuell produzieren möchten und wenig Zeit für technische Vor- und Nachbereitung haben.

Uwe Falkenberg:

Du wurdest 2011 für Dein Filmportrait über dem Lichtkünstler Jörg Rost mit dem ersten Platz des Bürgermedienpreises der Landesanstalt für Medien ausgezeichnet. Licht spielt auch in Videos eine besondere Rolle. Was sind denn deine Licht-Tipps für Smartphone-Videos?

Jens Jacob:

Die Kameralinse von den meistens Smartphones ist relativ lichtschwach. Das bedeutet, sobald man in Räumen oder draußen bei bedecktem Himmel filmt, sollte man künstliches Licht einsetzen, um die Situation aufzuhellen. Wenn man das nicht macht, verpixeln die Aufnahmen und das Bild ist nur noch dunkel und verschwommen. Aber auch neben diesem technischen Grund ist es optisch und ästhetisch von Vorteil, Motive auszuleuchten. Vor allem Menschen wirken dann sympathischer. Ich empfehle deshalb, immer ein LED-Licht einzusetzen oder notfalls die Smartphone-Taschenlampe zu nutzen.

Uwe Falkenberg:

Die Smarthone-Taschenlampe beim Filmen zu nutzen, darauf bin ich noch nicht gekommen. Das muss ich mal ausprobieren. Jetzt geht es meist ja um Personen im Bild. Wie stelle ich denn Personen bei Smartphone-Videos ins richtige Licht?

Jens Jacob:

Wenn man nur eine Lichtquelle zur Verfügung hat, also z.B. eine LED-Leuchte, dann sollte diese von vorne die Person anstrahlen. Im Idealfall kommt die Lichtquelle dann genau aus der gleichen Richtung, aus der die Kamera filmt. Wichtig ist dabei darauf zu achten, dass im Gesicht der Person keine Schatten zu sehen sind. Es darf auch nicht zu viel Licht die Person anstrahlen, weil diese dann schnell weiß und blass wirkt. Bei Brillenträgern sollte man auch darauf achten, dass das Licht sich nicht im Glas spiegelt.

Uwe Falkenberg:

Jetzt habe ich noch mal eine Frage zum LED-Licht. Ist LED-Licht, insbesondere das Smartphone LED-Licht, nicht grundsätzlich ein sehr kaltes Licht? Oder bearbeitest Du die Aufnahmen?

Jens Jacob:

Weißes LED-Licht ist für Videoaufnahmen erstmal in Ordnung, weil es Farbneutral ist. Wem das aber trotzdem zu kalt wirkt, der kann die Farbfolien nutzen, die mit den meisten LED-Leuchten mitgeliefert werden. Wenn man dann beispielsweise die gelbe Farbfolie nutzt, wirkt das Bild automatisch wärmer. Ich arbeite häufig mit dem weißen LED-Licht und dann einem auf die jeweilige Situation angepassten Weißabgleich.

Uwe Falkenberg:

Ok, guter Hinweis, dann gehen wir mal weiter. Welche Tipps hast Du denn für unsere Leser zum Thema Fokus?

Jens Jacob:

Nach Möglichkeit sollte man den Fokus immer manuell fixieren und nicht automatisch belassen, weil er dann nicht immer hin- und herspringt. Bei Motiven, in denen es um Personen oder Gegenstände geht, sollte der technische Fokus dann auch darauf liegen. Ich fixiere also vor der Aufnahme den Fokus auf den gewünschten Punkt und erst dann starte ich die Aufnahme. Bei dem iPhone kann man das beispielsweise mit gedrückten Finger auf dem Display machen.

Uwe Falkenberg:

Dann kommen wir jetzt mal zu den Punkten, die Du gerade schon erwähnt hast, zu den Motiven. Wo platziere ich denn meine Motive am besten. Ich möchte mich ja mit meinen Aufnahmen von denen abheben, die Ihr Smartphone einfach nur draufhalten.

Jens Jacob:

Wenn man Menschen filmt, sollte man sie vor einem Hintergrund platzieren, der zu ihnen passt, also beispielsweise den Dachdecker auf das Dach setzen und den Künstler vor das Kunstwerk. Gleichzeitig darf der Hintergrund aber nicht zu sehr ablenken oder sich zu stark bewegen. Am langweiligsten ist immer eine weiße Wand. Generell ist der Tipp gut, das Motiv immer in den Vordergrund zu setzen und nach hinten hin zum Hintergrund Platz zu lassen. Dann entsteht eine Tiefenschärfe.

Uwe Falkenberg:

Und mit der Tiefenschärfe bzw. der Unschärfe des Hintergrundes tritt das Motiv noch mehr in den Vordergrund. Das ist ein guter Tipp. Wir sind damit also bei der Bildgestaltung angekommen. Da existieren ja mittlerweile eine ganze Reihe an Möglichkeiten. Reicht für Dich die mitgelieferte Kamera-App schon aus oder kannst Du uns andere gute Apps empfehlen?

Jens Jacob:

Für wirklich schnelle Aufnahmen reicht die Standard-Kamera-App. Für professionelle Videoaufnahmen empfehle ich aber Apps, mit denen man Fokus, Blende und Weißabgleich getrennt voneinander steuern und fixieren kann. Für iOS-Nutzer empfehle ich die App „Filmic Pro“ und für Android-Nutzer „Cinema FV-5“. In beiden Apps können im Menü viele Video-Einstellungen vorgenommen werden, zum Beispiel kann das Videoformat und die Datenrate eingestellt werden. Außerdem kann man sich den Tonpegel anzeigen lassen, das ist sehr praktisch, wenn man ein externes Mikrofon anschließt.

Uwe Falkenberg:

Gut, dass Du uns hier nicht mit einer Auflistung von 20 möglichen Apps überforderst. Da ich ein iOS-Nutzer bin, kommt für mich also die Filmic Pro-App in Frage. Mit dem von Dir genannten Mikrofon sind wir dann auch schon bei einem Equipment angekommen. Welches Equipment empfiehlst Du für Smartphone-Videos?

Jens Jacob:

Das wichtigste Hilfsmittel ist eine Smartphone-Halterung, damit man die Kamera ruhig in der Hand halten kann und die Videoaufnahmen nicht verwackeln.

Es gibt unterschiedliche Halterungen, die man nutzen kann. Ich empfehle das Shoulderpod S1, wenn man wirklich nur eine Handhalterung braucht.

Sobald man aber ein Mikrofon und/oder ein LED-Licht anschließen möchte, braucht man eine Halterung mit Zubehörschuhen. In diesem Fall empfehle ich zum Beispiel eine Polaroid Mehrzweck-Beleuchtungshalterung.

 

Als LED-Licht nutze ich die LP-Micro von Litepanels. Die werden mit Batterien betrieben und die Leuchte ist von der Größe her genau richtig.

Die Lichtstärke lässt sich stufenlos einstellen. Alternativen sind je nach Anwendungszweck die Yongnuo YN160 oder die Neewer CM-L50. 

Das bis hierhin genannte Equipment ist sowohl für Android, als auch für iOS-Geräte einsetzbar. Bei Mikrofonen müssen wir aber aufgrund der Beschaffenheit des Klinkensteckers zwischen den Herstellern unterscheiden.

Nicht jedes Mikrofon funktioniert mit jedem Smartphone. Das sehr gute smartLav+ Lavalier-Mikrofon von Rode ist ein sehr gutes Mikrofon für iOS-Geräte. Man kann es also als Ansteck-Mikrofon für iPhones nutzen, um beispielsweise O-Töne, Statements und Interviewaussagen aufzuzeichnen.

Mit einem Adapter kann es je nach Smartphone-Hersteller auch mit Android-Geräten funktionieren. Eine Alternative für Android-Geräte kann das walimexpro Smartphone-Lavalier-Mikrofon sein, das allerdings nicht mit allen Android-Smartphones kompatibel ist. Die Funktionsfähigkeit variiert von Hersteller zu Hersteller.

Uwe Falkenberg:

Das waren ja eine ganze Menge Tipps zum Equipment. Ich denke da können sich unsere Leser erst mal ein bisschen austoben und das ein oder andere mal ausprobieren. Jetzt geht es uns ja insbesondere darum, ob sich Unternehmen mit Smartphone-Videos beschäftigen sollten?

Jens Jacob:

Es ist auf jeden Fall von Vorteil, sich ein Grundwissen über die mobile Videoproduktion anzueignen, damit man sich als Unternehmer auch in Form von Videos präsentieren kann und dadurch beispielsweise seine Social-Media-Präsenz ausbauen kann. Besonders diese authentische Zielgruppenansprache ist heute sehr wichtig.

Uwe Falkenberg:

Wie wir selbst auf Videos reagieren und wie stark uns Clips, Videos und Filme in den Bann ziehen, erleben wir ja selbst auf Facebook und Youtube. Youtube ist schon längst die zweitgrößte Suchmaschine, das zeigt ja, wie wichtig es für Unternehmen ist, dort auch sichtbar zu sein.

Jens, das waren dann meine Fragen zum Thema Smartphone-Videos, zumindest für heute. Ich danke Dir für die vielen Informationen und freue mich schon auf den weiteren Austausch mit Dir. Wann findet denn dein nächster Smartphone-Videos-Workshop statt?

Jens Jacob:

Die nächsten Workshops sind am 20.05./21.05.2017 bei der VHS Köln und am 01./02.07.2017 bei der VHS in Dortmund.

Uwe Falkenberg:

Dann wünsche ich Dir schon mal viel Erfolg mit Deinem Workshop. Wir bleiben in Kontakt.

 

Erklärvideo von Jens Jacob:

 

 

Ihre Tipps interessieren mich

Was haben Sie für Erfahrungen mit Smartphone-Videos gemacht?
Welches Equipment oder welche Apps können Sie besonders empfehlen?

 

Bis zum nächsten Blog zum Thema: hebe dich ab!

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