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Mein Blog und mein Podcast zum Thema "Heb dich ab"

4 Essentielle Tipps zum Storytelling mit dem Smartphone

01 Dez 2016
·
von Uwe Falkenberg
·
(Kommentare: 0)

Wer den Begriff „Storytelling“ bei Google eingibt, erhält mittlerweile 48 Mio. Ergebnisse - Tendenz  stark steigend.

Geschichten zu erzählen war schon immer in aller Munde und erlebt im online Zeitalter einen unglaublichen Boom. Aus gutem Grund. Bilder, Text und Videos rufen bei uns starke Emotionen hervor und genau das machen sich Storyteller zu nutze.

Doch was hindert viele Unternehmen daran, ihre Produkte und Leistungen mit Geschichten aus Bildern, Texten und Videos zu erzählen? Geschichten, die Kunden fesseln, begeistern und auf genial einfache Weise zum Kauf animieren?

Genau – der Aufwand, besser gesagt der vermeintliche Aufwand. Denn hier kommt die Lösung.

Storytelling mit dem Smartphone:

  • genial einfach
  • genial wirkungsvoll
  • genial günstig

So geht’s: DIE 5 ESSENTIELLEN TIPPS FÜR DAS STORYTELLING MIT DEM SMARTPHONE

1. Basiswissen für Ihr Storytelling

Was ist eine Geschichte
Gustav Fretag, der zahlreiche klassische Dramen untersucht hat, beschreibt mit seinem Pyramidenmodell den Spannungsbogen einer Geschichte.

Exposition/Einleitung:

stellt Ort, Zeit und die wichtigsten Charaktere vor und kündigt einen Konflikt oder die Ziele des Protagonisten an, dabei bringt ein „erregender Moment“ den Konflikt ins Rollen.

Steigerung:

Der Konflikt verschärft sich und bringt Spannung ins Spiel. Es sind Hürden und Widerstände ersichtlich, die verhindern sollen, dass das Ziel erreicht wird.

Klimax/Höhepunkt:

An dieser Stelle kommt der Wendepunkt. Es wird
besser oder schlechter. Das hängt davon ab, ob
es sich zum Beispiel um eine Komödie oder ein
Drama handelt

Beispiel:

Star Wars – Episode IV

Luke und die Rebellen zerstören den Todesstern.

Fallende Handlung:

Jetzt beginnt der Konflikt zwischen dem
Helden und dem Gegner. In der fallenden
Handlung kommt es aber noch zu Hindernissen, 
die überwunden oder nicht überwunden werden.

Die Rebellen kehren wieder zur Hauptstation zurück.
Luke schließt sich den Rebellen an, aber Darth Vader entkommt

Auflösung:

Der Protagonist erreicht oder verfehlt sein Ziel.
Es tritt Entspannung ein.

Star Wars Episode VI:

alle feiern, dass das Imperium besiegt wurde. 

Dass dieses Schema, die Story in 5 Akten, auch auf Markenbotschaften übertragen werden kann und dort sehr gut funktioniert, hat der Marketing Professor Keith Quesenberra von der Johns Hopkins Universität untersucht und bewiesen.

Die Heldenreise

Mit der Heldenreise nach Joseph Campbell klären Sie, wer im Mittelpunkt Ihrer Geschichte steht. Wem gehört also die Empathie? Die Heldenreise nach Campbell besteht aus 17 zumeist chronologischen Teilen.

Damit Sie Ihre Brand Story auf den Weg bringen, empfiehlt sich heute die moderne Heldengeschichte von Christopher Vogler in 12 Akten:

  1. Die gewohnte Welt
  2. Der Ruf
  3. Die Weigerung
  4. Der Mentor
  5. Überschreiten der ersten Schwelle
  6. Prüfung, Verbündete, Feinde
  7. Vordringen bis zur Höhle
  8. Die entscheidende Prüfung
  9. Die Belohnung
  10. Rückweg
  11. Auferstehung
  12. Rückkehr mit Elixier


Wieso Geschichten positiv auf unser Kaufverhalten wirken

Wie wir gesehen haben, bestehen gute Geschichten aus unterschiedlichen Phasen. In diesen Phasen schüttet unsere Körper unterschiedliche Neurochemikalien und Hormone aus:

Cortisol:   für die Konzentration bei Stress und Spannung

Oxytocin:  für Empathie bei emotionalen Reizen

Dopamin:  für das Glücksgefühl nach der Auflösung der Geschichte

Der amerikanischer Neurowissenschaftler Paul J. Zak untersuchte in einem Experiment insbesondere die Wirkung von Cortisol und Oxytocin (traurige Kurzgeschichte von einem Vater und seinem krebskranken Sohn). Ergebnis war, dass die Probanden, bei denen am meisten Cortisol und Oxytocin gemessen wurden, am meisten gespendet haben. Weitere Versuche haben das Ergebnis unterstrichen.

Das zeigt, warum Hundewelpen und Babys in der Werbung für Toilettenpapier vorkommen. Die Marketingabteilung nutzt ihr Wissen über das Storytelling und die damit verbundene Ausschüttung von Cortisol und Oxytocin, um Vertrauen in ein Produkt oder eine Marke aufzubauen.

2. Wie Sie mit dem Smartphone smarte Geschichten erzählen

Reale oder fiktionale Charaktere?

Das Publikum Ihrer Geschichten braucht immer eine wiedererkennbare Figur, mit der es mitfühlen und der es folgen kann. Ganz gleich ob Held, Mentor oder zum Beispiel Pionier. Diese Figur kann fiktional oder nicht fiktional sein.

Eine britische Studie, die 2015 im Rahmen einer Umfrage* durchgeführt wurde zeigt, dass 57 Prozent der Befragten nicht-fiktionale Menschen und Ereignisse bevorzugen.

Die Generation 55+ hingegen bevorzugt fiktionale Geschichten.

* Headstream, The Power of Brand Storytelling, http://d.slideshare.net/Headstream/the-power-of-storytelling (2015)

Geschichten finden unsere Aufmerksamkeit, wecken Interesse und motivieren uns zum Handeln. Genau daraus ergibt sich die Herausforderung für Unternehmen.

Wir müssen also Geschichten erzählen, denen die Zielgruppe vom Anfang bis zum Ende folgt, wobei am Ende eine Belohnung stehen sollte. Hieraus ergeben sich drei Aufgaben für unser Storytelling:

a. Payoff - Belohnen Sie die Aufmerksamkeit Ihrer Zielgruppe!

Finden Sie im ersten Schritt die Bedürfnisse Ihrer Zielgruppe heraus und beantworten Sie folgende Fragen:

  • Was ist für Ihr Publikum die Belohnung oder die Erkenntnis?

Innocent Drinks unterstützt seine Helden/potenziellen Kunden dabei ihre Gesundheit, ihren Optimismus und Ihr Umweltbewusstsein zu fördern. Sehen Sie sich Werbung im Fernsehen oder im Internet an und analysieren Sie, welche Belohnungen die Spots für ihre „Helden“ bereithalten. So finden Sie auch die passenden Belohnungen für Ihren Kunden. 

  • Was genau macht den Informationswert oder den Unterhaltungswert aus?
  • Welche Hilfsmittel oder welches Grundlagenwissen, aber auch welche Werte wollen Sie ihrem Publikum geben?
b. Hook – Erhalten Sie die Aufmerksamkeit!

Hook ist der Haken, an dem das Publikum anbeißt. Der Moment, in dem das Publikum sich unserer Geschichte widmet.

Ihre Aufgabe ist es, einen solchen Haken zu finden. Achten Sie bei ihrem Aufhänger, Ihrer Geschichte darauf, dass sich die Zielgruppe mit dem Protagonisten in die Ziele, Konflikte und/oder den Emotionen hineinversetzen kann. Beachten Sie hierbei unbedingt die Bedürfnisse und Werte ihrer Zielgruppe. Ein Beispiel dazu ist das Video „First Kiss“ das mittlerweile bei über 111 Mio. Views liegt.

Beispiel-Haken:

  • Überraschung
    • Im Film „Die Truman Show“ wird Truman Burbank durch eine herunterfallende Kamera aus seinem immer gleichen Tagesablauf gerissen.
    • Im Edeka Video „Supergeil“ gelingt die Überraschung schon mit dem Vorschaubild, dem von F. Lichtenstein verkörperten Lebensmittelfan. Dieser Aufhänger hat bis heute mehr als 16 Mio. YouTube-Views gebracht. 
  • Identifikation
    • Im Spot „Lost Dog“ von Budweiser wird eine sehr breite Zielgruppe mit den Werten „Freundschaft“ und „Zuhause“ angesprochen.

  • Seien sie konkret und nicht abstrakt
    • Hier kommt die „Dove Sketches“-Kampagne* ins Spiel. Wir sehen Frauen, die nach der eigenen Beschreibung und nach der Beschreibung einer dritten Person gezeichnet werden. Wir können dann im Vergleich selbst bewerten, welches der Bilder wir für realistisch halten.

* https://www.youtube.com/watch?v=XpaOjMXyJGk

c. Hold – Halten sie die Aufmerksamkeit!

Die Aufmerksamkeit zu halten stellt für viele die größte Hürde da. Das erreichen Sie durch kontinuierliche Konversation und stetig neue Gesprächsaufhänger. Das transmediale Storytelling bietet sich hier insbesondere an, wie es Edeka mit weiteren Kurzclips praktiziert hat. Hier weitere Beispiele, um Ihre Geschichte und die Aufmerksamkeit Ihrer potenziellen Kunden am Laufen zu halten:

  • Rückblende
    • Innerhalb der Geschichte erfolgt eine Rückblende, so wie es zum Beispiel bei Harry Potter oder Herr der Ringe umgesetzt wurde. Gleiches gilt für die Erinnerungen, die bei Facebook gepostet werden.

3. Apps, mit denen Sie per Fingertipp noch mehr aus Ihren Bildern herausholen

Der Markt für Foto-Apps ist kaum noch zu überblicken. Hier finden Sie einige Apps, die für Sie interessant sein können.

BESONDERE EIGENSCHAFTEN APP  
Kontrolle über Blende, ISO, Weißabgleich, Fokus und Belichtungskorrektur Manual 
Bilder in schneller Folge (Serienbilder) und für lange Belichtungszeiten Slow Shutter
gute Filter, schneiden, drehen, Kontrast, Helligkeit, Schärfe, Körnung, Sättigung, Vignette, Lichter, Schatten und einiges mehr VSCO
Hilfslinien für die Bildgestaltung, Fokus- und Belichtungspunkt können getrennt voneinander genutzt werden, zoomen und weitere Spezialeffekte, Upload für Social Media Sun Seeker
zur Korrektur von stürzenden Linien, die zum Beispiel bei der Froschperspektive entstehen SKRWT
Photoshop Express fürs Smarthone. Natürlich gibt es noch weitere Foto-Apps von Adobe PS Express
für Retuschearbeiten Facetune
Nahezu so umfangreich wie Ligthroom oder Photoshop von Adobe Relook
verwandelt Fotos in kleine Kunstwerke, einfach mal ausprobieren Prisma

Zu erwähnen sind auch die Apps 'Hydra', mit der Bilder bis zu einer Auflösung von 32 Migapixel erzeugt werden können und 'Kamera' mit der z.B. Hilfslinien für die Bildgestaltung sowie der Fokus- und Belichtungspunkt getrennt voneinander genutzt werden können.

ZWEI GRÜNDE, WARUM STORYTELLING MIT BILDERN SO WICHTIG IST

  1. 90 Prozent aller Informationen, die an unser Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet werden, sind visuell.
  2. Unser Gehirn verarbeitet Bilder bis zu 60.000 Mal schneller als einen Text. 

 

4. Storytelling: Apps und Social Media

Das Thema Storytelling wird in den sozialen Kanälen wie Facebook, Instagram, Pinterest oder Snapchat immer relevanter. Immer neue Ads und Apps für Texte, Bilder, Audio, Video und Storyboards sowie All-in-one Apps erleichtern uns die Arbeit, Geschichten zu generieren.

So hat zum Beispiel Adobe im Sommer 2016 mit Sparks gleich drei neue Apps (Spark Post, Page und Video) auf den Markt gebracht. Ausprobieren lohnt sich. Die Apps sind leicht zu handhaben und liefern passable Ergebnisse für das Storytelling.

Storify ist eine App, die schon seit 2010 auf dem Markt ist. Die App positioniert sich irgendwo zwischen Tumblr und WordPress und wird überwiegend von Journalisten, Agenturen und Markenunternehmen genutzt. Hier können Sie eine kostenlose Basisversion oder kostenpflichtige Anwendungen nutzen. Diese beinhalten das Redaktionsmanagement, Galerien, Nutzerauswertungen und automatisiertes Filtern und Analysen.

Steller, Storehouse, Hey day Photo Journal, 1 Second Everyday und Lightt sind weitere erwähnenswerte Apps für das Storytelling.

Des Weiteren lohnt sich ein Blick auf storyboard, eine App für das SMARTPHONE: http://www.cinemek.com/storyboard/). Die ist allerdings mit 29,99 Euro kostenpflichtig.

Mittlerweile existiert eine ganze Reihe an Tools und Apps, die den Fokus auf Interaktivität, Echtzeitinformationen, audio-visuelle Medien und barrierefreie Kollaboration legen. Dabei unterstützen diese Apps das Storytelling in den unterschiedlichsten Anwendungsbereichen*:

  • der Erarbeitung und Visualisierung von Lerninhalten
  • der Aufbereitung von Events oder von Unternehmenserfolgen
  • der interaktiven Unterstützung von Medienangeboten oder
  • der kreativen Zusammenarbeit bei neuen Projekten.

*Digitales Storytelling: 5 Tools, die deine Geschichte unterstützen: http://t3n.de/news/storytelling-tools-506458/


Links, die für Ihr Storytelling interessant sein können

Bücher zum Thema Storytelling

  • ‚Storytelling für Unternehmen‘, Miriam Rupp, mitp
  • ‚Visuell Storytelling‘, Petra Sommer, Ulrike Heppel, o‘reilly
  • ‚Storytelling‘, Pia Kleine Wieskamp, hanser-fachbuch
  • ‚Fotografie mit dem Smartphone‘, Simone Neumann und Ulrich Dorn, francis
  • ‚Storytelling‘, Gregor Adamczyk, Taschenguide, Haufe
  • ‚Think Content‘, Miriam Löffler, Galileo Computing  

Fazit

Unser SMARTPHONE ist heute ständiger Begleiter. Was liegt da näher, als unseren Kunden oder potenziellen Kunden emotionale Geschichte zu erzählen - mit Bildern, Audio, Video oder Texten - egal wo wir uns gerade befinden. Apps helfen uns dabei Ideen zu sammeln, unsere Geschichten zu strukturieren, Bilder zu optimieren, Videos einzubinden und vieles mehr. 

Wer den Zug im Storytelling nicht verpassen und anderen das Feld überlassen will, muss sich mit diesen Themen auseinanderzusetzen.
 

Ihre Tipps interessieren mich

Was haben Sie mit Ihrem Smartphone für Erfahrungen mit Storytelling gemacht?
Welche Hilfsmittel und/oder Apps helfen Ihnen beim Storytelling?

Ausblick

Im folgenden Betrag erfahren Sie in meinem Interview mit Jens Jacob, wie Sie mehr aus Ihren Videos rausholen können und welches Equipment empfehlenswert ist.

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